Das Rila-kloster in Bulgarien

Rila Kloster in Bulgarien 300x204 Das Rila kloster in BulgarienWer das Rila-Kloster nicht besucht hat, war nicht in Bulgarien

Das Kloster von Rila wurde von einem Mönch namens Ivan Rilski gegründet, daher der Name. Auch die am Gebirgsrand gelegene Siedlung erhielt schließlich den gleichen Namen. Das Kloster ist weltberühmt – selbst auch das Dorf Rila, beide liegen ca. 20 km auseinander.

Kloster und Ort liegen etwa 120 km südlich von Sofia, mitten im Rila-Gebirge. Hinter dem Kloster befindet sich ein 2729 hoher Berg *Maljoviza* der meist schneebedeckt ist. Der höchste Berg des Landes, der Musala, liegt gerade mal 20 km weiter östlich. Um zum Kloster zu gelangen, geht man von der Ortschaft Rila gerade mal den Fluss Rila flussaufwärts.
Das Rila-Kloster hat eine wechselvolle Geschichte: Gegründet wurde es im 10. Jh. vom Hl. Ivan Rilski, allerdings ein paar Kilometer entfernt vom heutigen Kloster. Schon damals war es ein wichtiges geistiges Zentrum Bulgariens.

Dann kamen die Byzantiner – und das Kloster musste aufgegeben werden. Im Zweiten Bulgarischen Reich, um das 14. Jh. herum, wurde das Kloster wiederbelebt – an der heutigen Stelle. Man baute Verteidigungsanlagen um das Kloster herum, was aber während der erneuten Eroberung durch die Osmanen im 15. Jh. nicht viel brachte – es wurde wieder zerstört. Ab 1566 wurde es erneut wiederbelebt; man trat sogar in regen Kontakt mit griechischen Klöstern auf Athos und russischen Klerikern. Im 17. und 18. Jh. war rila 150x150 Das Rila kloster in BulgarienRila das Zentrum der bulgarischen Kultur unter der osmanischen Fremdherrschaft. Schriftsteller und Gelehrte arbeiteten hier – und schufen u. a. die Grundlagen des modernen Bulgariens.

Auch über das 19. Jh. bis ins 20. Jh. blieb das Kloster geistiger Mittelpunkt. Im 19. Jahrhundert wurden große Teile des Klosters, so die Klausur- und Mönchszellengebäude, erneuert – um kurze Zeit später den Flammen zum Opfer zu fallen. Letztendlich gestatteten die Osmanen jedoch einen Neuaufbau. Damals wurde auch der schöne Südflügel mit seiner prächtigen Fassade und Wandmalereien neu gebaut. Am wichtigsten freilich ist die Hauptkirche, genannt Katholikon, welche sich in der Mitte der Anlage befindet. 1834-1837 im neobyzantischen, typisch bulgarischen Wiedergeburtsstil errichtet, enthält sie wertvolle Kunstschätze – darunter einen großen, vergoldeten Ikonostas und zahlreiche Fresken.A propos Fresken – im hiesigen Kloster stammen sie aus der Zeit vom 14. bis zum 19. Jh. und sind sehr gut erhalten bzw. gut restauriert worden.

Man findet unter anderem Fresken der berühmten Gebrüder Dimiter und Sacharij Sograph. Allein am Katholikon findet man ca. 1200 Fresken, welche farbenfroh Geschichten aus der Bibel zeigen. Grosse Teile des Klosters sind begehbar – Rila beherbergt immerhin drei Museen, die fast alle der insgesamt ca. 300 Räume einnehmen.

Das Rila-Kloster selbst und die Landschaft drum herum sind die Krönung eines Bulgarien-Besuches. Klar werden massenweise Touristen hingekarrt, aber Rila ist zu Recht sehenswert und zählt zum Unesco-Weltkulturerbe. Von Sofia aus kann man bequem eine Tagestour unternehmen, welche überall angeboten wird. Pro Tag fahren zwei Busse nach Rila. Fahrzeit ist zwei Stunden. Vom Dorf fahren dann Shuttlebusse zum Kloster, dauert ca. 30 Minuten.

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